Mit der Fotografie angefangen vor Jahrzehnten – natürlich analog und mit nicht gerade wohlriechendem Laborequipment – freue ich mich heute über nahezu unbegrenzten Speicherplatz anstelle von maximal 36 Bilder pro Film bei zuvor festgelegtem ISO-Wert (der eigentlich niemals für alle Bilder passte) und fantastischen technischen Hilfestellungen.
Dennoch bleibt der „emotionale Wow-Effekt“ auch heute noch für die Momente reserviert, an denen mir persönlich eine zuvor schwierige Aufgabe gelingt oder aber das Helferlein „Zufall“ zu einem geglückten Ausschnitt geführt hat.
Mein fotografischer Zugang hat sich über die Jahre entwickelt – geprägt von Neugier, Geduld und dem Wunsch, Bilder zu kreieren, die Raum für eigene Gedanken und Empfindungen lassen. Schwerpunkt meiner Suche sind Fotos, die vor allem auf der Gefühlsebene eine unmittelbare Stimmung erzeugen (positiv oder auch betroffen) – gerne begleitet von einem technischen Rahmen, der meinen Perfektionismus durch das richtige Licht - Farben - Strukturen - Bildaufbau - Details gelungen unterfüttert. Hier gibt es noch viel zu lernen. Ein Streben nach dem Optimum bleibt mein dauerhafter Antrieb, den ich gerne annehme.
Bildbearbeitung macht mir Spaß. KI-Prozesse sind oft eine gute Unterstützung, aber auch hier führt „Handarbeit“ bei gelungenem Output zu deutlich mehr Befriedigung und auch meist den besseren Ergebnissen.
Die Motivauswahl meines Herzens landet immer wieder in der Natur bei den Pflanzen und Tieren. Hier entsteht mit großer Leichtigkeit eine emotionale Schwingung, die in den Bildern weiterleben kann. Fotos von AUGEN-Blicken im engeren Sinne sind dabei meine Königsdisziplin. Der flüchtige Kontakt „von Auge zu Auge“ gerät wie durch einen Zauber zu einer nahezu stabilen Verbindung, Glückserfahrung in Reinform.
Generell möchte ich mich aber in einer breiten Palette an Motiven professionell bewegen können, ganz im Sinne von Robert H. Heinlein: „… Die Spezialisierung taugt für Insekten. …“ So übe ich mich auch an allerlei Verschiedenem: Architektur – Street Fotografie – Makroaufnahmen – Lostplaces – Licht und Schatten – Ruhe und Bewegung – und allem MERKwürdigen.
Gekoppelt mit meiner perfektionistischen Ausrichtung halten wohl auch die nächsten Jahrzehnte ausreichend viele Übungsaufgaben für mich bereit. Das scheint mir eine großartige Grundlage für weiterhin viel Spaß und Freude, auch der längste Weg beginnt immer mit ersten Schritten. Limitierend begegnet mir da nur das persönliche Zweitbudget – bisher siegen wir abwechselnd, mal schauen, wie es weitergeht.
Last but not least bleibt zu erwähnen, dass ich mich freue auf meinem Weg zu besserer Fotografie auf die Lichtjäger gestoßen zu sein. Eine kreative, lebendige Truppe – da fällt das Ausprobieren und Lernen leicht. Danke dafür.